Hospizkultur und Palliativkompetenz im DRK-Seniorenzentrum Garbsener Schweiz: DRK
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Hospizkultur und Palliativkompetenz im DRK-Seniorenzentrum Garbsener Schweiz

Sechs Alten- und Pflegeheime und vier ambulante Pflegedienste des Deutschen Roten Kreuzes präsentierten Ende Februar in Hannover ihre Ergebnisse aus einem 18-monatigen Palliativprojekt. Anderthalb Jahre beschäftigten sich 20 Teilnehmer mit der Pflege, Versorgung und Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie den Umgang mit Tod und Trauer in den Einrichtungen. Auch das DRK-Seniorenzentrum Garbsener Schweiz nahm an dem Projekt teil.

Die Bedürfnisse der schwerstkranken und sterbenden Patienten sowie der Angehörigen stehen bei der Palliativversorgung ausnahmslos im Mittelpunkt. Um diesen Anspruch in der Altenpflege gereicht zu werden, sind Veränderungen in der gesamten Organisation nötig. Zum Beispiel muss für die Linderung von belastenden Symptomen, wie Schmerz, Atemnot oder Juckreiz das Pflegepersonal gut geschult und auf dem neusten Stand der Forschung sein. Zu den palliativpflegerischen Kompetenzen gehört u. a. die Anwendung von wirkungsvollen Ergänzungen zur medikamentösen Therapie, wie der Einsatz von Aromen bei Unruhe oder Lagerungstechniken zur Schmerzenentlastung. Zudem ist zur Sicherstellung einer guten Palliativversorgung die Arbeit mit weiteren Versorgungsanbietern, z.B. Palliativmediziner, Hospizdienste, amb. Palliativdienste, Bestatter u.a. notwendig. Die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Hospizhelfern, die sich um die alltäglichen Bedürfnisse der Patienten kümmern, ist für die bedürfnisorientierte Begleitung Sterbender sehr wichtig. Auch die Arbeit mit trauernden Angehörigen, Bewohnern und Mitarbeitern gehört zur Palliativarbeit. Wesentlich für den Beginn der Palliativarbeit in der Altenhilfe ist die Auseinandersetzung mit den Themen Sterben, Tod und Trauer.

Pflegende werden immer häufiger mit Sterben und Tod konfrontiert und begegnen vermehrt trauernden Angehörigen und Mitbewohnern. Um diesen Anforderungen adäquat gerecht zu werden, ist es notwendig, dass Pflegende Sicherheit in Form von Wissenszugewinn und auch Unterstützung seitens des Teams und der Organisation erfahren. Letzteres ist nur möglich, wenn die Themen Tod und Sterben ihren Tabucharakter verlieren und zur Konzeption der Organisation gehören.

Die zehn teilnehmenden Einrichtungen und Dienste haben in den vergangenen anderthalb Jahren Projektgruppen in den Einrichtungen zum Thema Palliativversorgung gebildet. Hier wurden Ziele entwickelt und Maßnahmen umgesetzt. Der interne Prozess wurde durch ein 5-tägiges Seminar zum Thema Projektmanagement und durch sechs Doppel-Coaching- und Impulstage begleitet und unterstützt. Am Abschluss- und Präsentationstag wurden von den Projektteilnehmern die einzelnen Maßnahmen aus ihrem Projekt vorgestellt.

Frau von Heimburg (Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes Niedersachsen e.V.) verdeutlicht die Wichtigkeit der Palliativversorgung und betont besonders die Dringlichkeit der Symptomlinderung: „Wir wissen alle wie quälend Schmerzen sind, die nicht adäquat therapiert werden können. Es ist sehr gut, dass sich die DRK- Einrichtungen für eine ständige Verbesserung in diesem Bereich einsetzen.“ Des Weiteren würdigte sie die gute Arbeit der Pflegedienste und Altenheime „Die Sterbebegleitung in den Altenheimen und Pflegediensten war schon immer sehr gut, doch durch das Projekt zu Palliative Care wurde das Know-How zum Thema erweitert und die Auseinandersetzung mit der Palliativpflege vertieft und in der Organisation verankert.“ Nach den Präsentationen der Einrichtungen und Dienste war Frau von Heimburg höchst beeindruckt, wie vielfältig das Thema Palliative Care gestaltet werden kann.

Für das DRK-Seniorenzentrum Garbsener Schweiz war der Abschluss- und Präsentationstag ein ganz besonderer Tag. Sie erhielten für ihre besonders gute Arbeit das Zertifikat „Palliativkompetentes Pflegeheim“ überreicht.